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Ernährungspsychologie: Darum scheitern Diäten

Ernaehrungspsychologie-Diaeten

Vielleicht hast du auch schon einmal eine Diät ausprobiert und sie nicht durchgehalten? Viele Menschen haben sogar schon mehrere Diäten hinter sich und dennoch nicht abgenommen. Aber warum ist es so schwer eine Diät durchzuhalten? Werfen wir einen Blick auf die möglichen Ursachen aus psychologischer Sicht…

Die Erwartungen sind unrealistisch

Mit der Kohlsuppendiät 7 kg in einer Woche verlieren? So oder ähnlich klingen vielversprechende Diäten, die uns mit der Aussicht auf eine schnelle und extrem hohe Gewichtsreduktion locken. Allerdings sind diese Ziele einfach unrealistisch.

Dadurch, dass wir das Ziel gar nicht erreichen können, sinkt die Motivation

Letztendlich wird die Diät abgebrochen. Und selbst wenn die Diät erfolgreich war, ist sie nicht darauf ausgerichtet langfristig das Gewicht zu halten.

Eine sofortige Belohnung ist attraktiver

Wenn du jetzt sofort einen leckeren Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern und Vanille-Eis bekommen könntest oder in 20 Jahren auf die Diabetes mellitus Erkrankung verzichten könntest, was würdest du wählen? Die meisten würden sich für den Schokoladenkuchen entscheiden. Warum? Weil es müheloser ist und die Freude sofort da ist.

Auf eine sofortige Belohnung zu verzichten, um später eine größere Belohnung zu bekommen wird auch „Gratifikationsaufschub“ genannt. Kurz gesagt: Für ein langfristiges Ziel muss man auf kurzfristige Freuden verzichten.¹ Genauso ist das auch bei einer Diät. Machen wir eine Diät, um Gewicht zu verlieren oder unsere Gesundheit zu verbessern, sind dies langfristigere Ziele.

Diät

Die meisten Menschen wählen bei den alltäglichen Essens-Entscheidungen nach Geschmack, Genuss und Bequemlichkeit und weniger aus gesundheitlichen Motiven.²

Kurzfristige Belohnungen sind eben einfacher, daher rücken Ziele wie „in einem halben Jahr 5 kg weniger wiegen“ oder „Diabetes-Risiko verringern“ zunächst in den Hintergrund. Die schnellen Verführungen machen uns das Abnehmen schwer.

Strenge Essens-Regeln können kaum eingehalten werden

Um an Gewicht zu verlieren, benötigt es definitiv Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme. Allerdings wird eine Diät bei zu starken Einschränkungen unpraktikabel.

Strenge Verbote können sogar Essanfälle und -Störungen auslösen. Generelle Verbote wie „ich darf keine Schokolade mehr essen“, können sehr leicht überschritten werden, da sie keinen Spielraum zum Ausgleich bieten. Kommt es zum Überschreiten, entsteht Frustration, was wiederum zu zügellosem essen führen kann.³

Somit hat man hinterher möglicherweise mehr gegessen, als wenn man sich ab und an Schokolade gönnen würde. Setzt man sich nicht ganz so strenge Regeln wie „Eine Tafel Schokolade pro Woche ist okay“, führt das zu Erfolgserlebnissen. Das Frustessen bleibt aus. Nach und nach kann man die Vorgaben enger schnüren, aber sie sollten immer realistisch bleiben.

Fazit Diäten

Mit „Diäten“ sind meist Gewichtsabnahmen in einem definierten Zeitraum gemeint. Die meisten Diäten sind schwer durchzuhalten, da die Ziele vollkommen unrealistisch und damit demotivierend sind (Beispiel Kohlsuppendiät).

Ernährungsumstellungen, die ein Leben lang durchgezogen werden, sind vielversprechender vor allem für die Gewichtsstabilisierung. Allerdings stehen in beiden Fällen kurzfristige, schnelle Erfolgserlebnisse wie z.B. Genuss, langfristigen vielversprechenderen Zielen entgegen.

Sowohl bei Diäten als auch bei langfristigen Umstellungen, sind strenge Vorgaben mit Schwarz-Weiß-Denken kontraproduktiv. Sie führen nur dazu, dass man schnell frustriert ist. Besser sind Vorgaben, die uns auch Genuss ermöglichen.

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Quellen:

¹Conti, Regina. “delay of gratification”. Encyclopedia Britannica, 19 Mar. 2019, https://www.britannica.com/science/delay-of-gratification. Accessed 31 May 2022.

²Ellrott T (2012): Psychologie der Ernährung (CME). Aktuelle Ernährungsmedizin 37, 155–167

³https://www.researchgate.net/publication/225140324_Gezugeltes_Essen

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